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Futura fragt nach bei Matthias Kolb

Matthias Kolb Matthias Kolb

 

Matthias Kolb

Spieler beim TURA Untermünkheim 

Zur Person:

Alter:                   24 Jahre

Familienstand:   ledig

Kinder:               keine

Wohnort:             Brachbach

Beruf:                 Student (Agrarwissenschaften)

Bisherige Vereine: immer TURA

Größte sportliche Erfolge:  Turniersieg beim internationalen Turnier in Rimini, Verbandsligaeinsätze

Hobbys (außer Fußball): Ski fahren, Fitness

Bevorzugtes Essen: Sauerbraten mit Spätzle

Bevorzugtes Getränk: Spezi, Natur-Radler

 

Hallo Matthias, die Fußballer des TURA Untermünkheim machen gerade keine einfache Zeit durch. Der Abstieg in die Bezirksliga steht fest. Wie erlebst du gerade diese Situation und wie gehst du, als 100%iger TURANER damit um?

 

Ich bin erst im Laufe der Wintervorbereitung so richtig vom Kreisliga- zum Landesligateam gestoßen. Die ersten Partien haben wir vor allem gegen die vorderen Mannschaften noch gut mitgehalten, gegen die Teams aus dem hinteren Drittel in letzter Zeit jedoch immer wieder die Grenzen aufgezeigt bekommen. Jedes Spiel einige Gegentore zu bekommen ist immer frustrierend. Die Situation ist im Moment für alle nicht leicht, da zum Teil die Spannung und Motivation fehlt, weil es um nichts mehr geht. Auf der anderen Seite müssen wir aber dennoch die Spiele absolvieren und im Training anwesend sein. Ich persönlich versuche mich trotz unserer Lage immer reinzuhängen, auch wenn es für mich als ungelernten Innenverteidiger gegen die oft erfahrenen und abgezockten Stürmer nicht einfach ist.

 

Formulieren wir es mal vorsichtig: Derzeit ist einiges im „Fluss“. Wer geht oder bleibt scheint noch nicht richtig festzustehen. Wie kann es gelingen, in der Bezirksliga wieder Fuß zu fassen?

 

Ich hoffe natürlich, dass die Mannschaft nicht komplett auseinander bricht und wir trotzdem noch einen starken Kern zusammenhalten können. Wir müssen diesen Abstieg als Chance sehen und wieder bei den einfachen Dingen anfangen. In der Bezirksliga kommt es viel darauf an, ob die Mannschaft auf dem Platz als Einheit agiert und das müssen wir als Ziel haben. Hier müssen vor allem die erfahrenen Spieler vorangehen. 

 

Im TURA stehen zahlreiche junge Spieler, die jetzt sogar schon in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen. Teilweise ist das Niveau dort für unseren Nachwuchs doch etwas hoch. Ist gerade für diese Spieler die Bezirksliga nicht der „ideale Tummelplatz“ oder müssen wir uns auch in der Bezirksliga auf mehr Niederlagen als Siege einstellen?

 

Es ist ein enormer Schritt vom Jugendfußball zum Aktiven-Bereich und diese Erfahrung muss man eben erst machen. Ich mach da auch niemand einen Vorwurf, denn die Jungs mit teilweise 18 Jahren und dürften noch A-Jugend spielen sind bei uns mittlerweile Stammspieler und haben großes Potenzial. Für diese Nachwuchsspieler kann die Bezirksliga eine gute Chance sein, sich weiter zu entwickeln. Wie die kommende Saison läuft kann ich leider nicht voraussehen. Ganz wichtig sind natürlich die Vorbereitung und der Saisonbeginn. Wenn dies gelingt, hoffe ich natürlich auf mehr Siege als Niederlagen. 

 

Du selbst bist ein Spieler mit sehr großem Potenzial, allerdings laborierst du häufiger an Verletzungen. Wie sieht es denn derzeit bei dir aus. Bist du fit und heiß genug auf die neue Saison?

 

Ja, leider gibt es kaum eine Saison, bei der ich nicht verletzungsbedingt ausfalle. Derzeit sieht es allerdings relativ gut aus, abgesehen von kleinen Blessuren nach den Spielen. Hier will ich die Sommerpause aber zum Regenerieren und Abschalten nutzen. Ich freue mich bereits jetzt auf die neue Saison, da auch für mich die Bezirksliga Neuland ist. Hier gibt es wieder einige Derbys gegen bekannte Mannschaften/Spieler/Freunde und hoffentlich auch erfolgreichere Zeiten für die TURAner. 

 

Unsere zweite Mannschaft spielt eine ganz hervorragende Rückrunde. Vio Ratoi eilt mit seinen Jungs von Sieg zu Sieg. Wird unsere „Zweite“ die Kreisliga-A halten können und wie schwer wird ein Abstieg für die Jungs dieser Truppe?

 

Ich bin echt froh, dass es hier unter Vio wieder aufwärts geht. Die Vorrunde, bei der ich auch noch mitgewirkt habe, war ja leider sehr durchwachsen. Natürlich hoffe ich auf den Klassenerhalt, welcher durch den 4-Punkte-Abzug jedoch noch schwerer wird. Aber trotzdem glaube ich noch daran und helfe bei Bedarf auch gern mit.

 

Ein Abstieg wäre sehr schade, da die Mannschaft in den letzten Jahren gezeigt hat, was sie im Stande ist zu leisten. Dies haben wir diese Saison aber leider zu selten auf den Platz bekommen.

 

„Erste“ und „Zweite“ werden zukünftig wieder mehr gemeinsam trainieren und wohl auch an denselben Tagen spielen. Siehst du darin eher einen positiven Effekt oder bist du eher ein Befürworter einer klaren Trennung von erster und zweiter Mannschaft?

 

Ich sehe darin eigentlich nur Vorteile. Die Trainingsbeteiligung ist höher, das Aushelfen unter den Mannschaften geht einfacher und ich denke der Zusammenhalt wird dadurch wieder gestärkt. Einigen Spielern ist der Aufwand Samstag und Sonntag zu spielen bzw. bei der anderen Mannschaft auszuhelfen zu groß. Dieses Problem haben wir damit voraussichtlich nicht mehr. So kann auch nach einem gemeinsamen Training oder Spieltag der Abend zusammen verbracht und gefeiert werden.

 

Du bist noch mitten im Studium, wirst später aller Voraussicht nach den elterlichen Betrieb übernehmen. Wie schaffst du den Spagat zwischen Fußball und Studium und was reizt dich konkret in der Landwirtschaft?

 

Im Moment bin ich zu Hause, ab Herbst werde ich aber wieder studieren. Der Spagat ist oftmals nicht ganz so einfach und auch stressig, denn samstags oder auch unter der Woche wird abends noch länger gearbeitet. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich gerade noch pünktlich zum Training komme. Hier habe ich aber zum Glück einen Vater, der weiß wie viel mir der Fußball bedeutet und auch selbst gerne auf den Sportplatz. Geht. Mich reizt vor allem die abwechslungsreiche Arbeit in und mit der Natur. Außerdem ist es eine große Aufgabe den Kritikern aus den Medien und dem Umfeld die Arbeit authentisch zu erklären. Durch die ganze Bürokratie und Einschränkungen sind wir dennoch die Nährstoff-lieferanten der Bevölkerung, was bei den Leuten zu oft in den Hintergrund gerät.

 

Streifen wir noch kurz den großen Fußball: Für welches Team schlägt da dein Herz am höchsten? Warum genau dieses Team und wie siehst du die Entwicklungen im internationalen Profifußball?

 

Mein Herz schlägt hier schon immer für Bayern München. Entweder man liebt die Bayern oder man hasst sie, aber ich finde diese „MiaSanMia“-Mentalität etwas ganz besonderes. Der internationale Profifußball wird immer mehr von Geld und absurden Ablösesummen bestimmt. Dennoch sieht man an manchen Vereinen auch in der Champions League, dass meistens nicht die Superstars den Erfolg bringen, sondern das Team.

 

Trotz der derzeitigen sportlichen Talfahrt. Was schätzt du am Untermünkheimer Umfeld besonders und wie wichtig war es für dich, am Sportgelände die Infrastruktur zu verbessern? Was muss doch noch unbedingt verbessert oder in Angriff genommen werden?

 

Ich denke, dass die Basis für die nächsten Jahre jetzt gelegt ist. Die Umkleidekabinen und der Vereinsraum sind auf dem neusten Stand. Jetzt liegt es aber an dem Verein und auch an uns Spielern, dieses Gebäude mit Leben zu füllen. Hier muss sich noch einiges tun, damit UNSER Steinach wieder die Zuschauer anzieht und es zu einer echten Heimspielfestung wird. Es wäre wieder ein schönes Gefühl nach einem Heimsieg zusammen mit den Zuschauern und den Spielern den Abend ausklingen zu lassen.

 

Was möchtest du im Mai des nächsten Jahres über dich in der Zeitung lesen?

 

Über mich persönlich muss ich da eigentlich gar nichts lesen. Ich hoffe einfach, dass es wieder erfreulicheres über TURA zu berichten gibt und werde versuchen, mich so gut wie möglich daran zu beteiligen. Vielleicht springt ja das ein oder andere entscheidende Tor dabei für mich heraus, welches die Mannschaft weiterbringt ;-)

 

Deine Tipps für die Spiele am Wochenende:

 

TURA Untermünkheim  : SpVgg Gröningen-Satteldorf           1:1

 

TURA Untermünkheim II  : SSV Schwäbisch Hall                  3:1